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Helmut´s Tour 2009
Jeder, der dachte die Strapazen der Outdoor-Saison wären so langsam überstanden, der kennt seinen Trainer nicht. Denn dieser schreckt ja bekanntlich vor nichts zurück und quält seine müden Trainings-Gruppen noch mit einem gemeinsamen Familienausflug, der selbst für voll trainierte, sportbegeisterte Ehepartner nur bedingt zu empfehlen ist. Ein Ausflug, der diesmal entgegen aller Gewohnheit mit den Fahrrädern anstelle auf Inline-Skates stattfinden sollte.
Die Tour führte die unerschrockenen 22 Teilnehmer die nächsten drei Stunden konstant bergauf, über zum Teil unwegsames Gelände und querfeldein über diverse Waldwege. Die Namen der Käffer interessiert keine Sau, auf jeden Fall kristallisierte sich die Burg Eltz als höchster Punkt heraus. Ein Zwischenstop mit Käse-Apfel-Kuchen mit Sahne konnte die Stimmung nur kurz aufhellen. Denn danach gab es eine kurze Abfahrt, damit sich der anschließende Aufstieg zur Burg noch länger zieht. Die abenteuerliche „Traumpfad“-Abfahrt, von einigen besonnen Ordnungskräften wegen Steinschlag und schlechtem Zustand gesperrt, kann einen motivierten Trainer natürlich nicht von seinem ursprünglich geplanten Horrortrip über einen überhaupt nicht fahrradtauglichen Wanderweg abbringen.
Die überlebenden Teilnehmer mit geschundenem Sitzfleisch wurden zur Belohnung von dem Verkehrsschild „Koblenz 33 km„ begrüßt. Man kann dann gemütlich entlang der Mosel auf dem Fahrradweg Richtung Güls fahren. Muss man aber nicht! Stattdessen wurde abwechselnd auf ausgefräster Fahrbahn, briefmarkenbreiten Trampelpfaden entlang der Mosel und den unebenen Weinbergswegen auf- und abgeradelt. Zur Schonung der schmerzenden Hinterteile wurde das Tempo mal ordentlich angezogen, da man im Zeitplan eine halbe Stunde hinten lag. Die größte Überwindung kostete das Passieren diverser Bahnhöfe (die das Leiden beenden könnten) und die netten Schilder, welche den nicht unter Druck stehenden Radler zu Zwiebelkuchen und Federweißen einluden. Doch alle konnten sich mit Mühe beherrschen, da ja das gemeinsame Abschlussessen auf dem Programm stand. „Der Grieche“ überzeuge vor allem mit sehr gut gepolsterten Sitzgelegenheiten und hervorragendem Essen.
Danke Helmut für diesen Tag!
Fazit:
Da ich seit den Schwangerschaften im Besitz eines aufblasbaren Sitzrings bin, kann ich sogar meinen Hauptberuf mit nur geringen Einschränkungen weiter ausüben. Ich könnte schreien vor Glück, dass ich, wie bei jeder Tour, gezwungen wurde meinen Schweinehund zu überwinden.
Nur durch meine ausgezeichnete Selbstbeherrschung ist es mir gelungen, diesen Ausflug ohne jede Kritik, Meckern oder gar Gejammer durchzustehen. Stattdessen konnte ich meine Mitstreiter mit meinem Dauerlächeln zusätzlich motivieren. Für jeden müden Kollegen hatte ich immer ein aufmunterndes Wort übrig. Meine eigenen Schmerzen nie erwähnend, konnte ich sogar noch ein positives Interview als Zeitzeuge in Helmuts Kamera geben. Es soll ja Mitstreiter geben, die dem Fahrradfahren nichts abgewinnen können. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Ich liebe es!!! Denn ich bin ein Held!
Zum Glück war mein Mann nicht mit, da er noch eine Knieoperation auskuriert. Er hätte mich und meine Sportkameraden vermutlich für nicht ganz zurechnungsfähig eingestuft. Von verbalen Entgleisungen in Richtung Trainer mal ganz abgesehen. Er weiß halt nicht, dass Helmut es immer nur gut mit seinen Schützlingen meint.
Man versteht das als Außenstehender nicht …
Aber wir wissen es einfach besser. ;-)
Bericht : Viola Rieke Fotos : Helmut Pesch
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