|
Von dem wilden Stamm der Moselskater, die auszogen, die Eifel zu erobern
Man schreibt Freitag, den 23.August 2009.Es machen sich zunächst 17 Inlineskater und 2 Fahrradfahrer der Gülser-Moselskater auf, um die entfernt gelegene Eifel auf Rollen zu erobern. Das Abenteuer wurde von einem der Häuptlinge des Stammes, Christof, von langer Hand geplant.
Die Wettergötter schienen den eifrigen Kriegern zunächst nicht wohlgesonnen, ja man meinte förmlich sie hätten sich gegen sie verschworen, denn kurz vor der Abfahrt in Lieser öffneten sich alle Schleusen des Himmels und tränkten den schönen Asphalt in ein rutschiges feuchtes Nass.
Den Wettergöttern trotzend starteten die mutigen Athleten trotzdem und kämpften rund 2 Stunden tapfer mit den Obrigen. Nach 2 Stunden war der Kampf entschieden, die Skater/ Fahrradfahrer hatten gewonnen und die Götter ließen die Sonne den Rest der 3 Tage vom Himmel scheinen.
Begleitet wurde die kleine Gruppe von ungefähr 100 Pferden, die sowohl das gesamte Gepäck, als auch Wasser, Obst und seltsam zusammengepresste Klötzchen aus Korn transportierten, um die müde gewordenen Athleten wieder zu stärken. Mit großer Sicherheit lenkte Jörg seine Pferde und stand immer hilfreich zur Seite.
Am 1. Tag rollten die wilden Krieger von Lieser über Wittlich nach Gillenfeld, wo die kleine Gruppe vorausgeschickter Späher nach rund 40 km einen guten Lagerplatz zum Essen gefunden hatte. Dort ließ sie sich zusammen mit der Nachhut zu einem fröhlichen Gelage nieder. Da sich der Geburtstag der holden Maid Petra an diesem Tage jähren sollte, wurde sie zu diesem Anlass mit herrlichen Kuchen beglückt. Zu fortgeschrittener Stunde brachen die Krieger zu einer weiteren Etappe ihrer Reise auf und kamen schließlich in einer befestigten Stadt namens Daun an. Hier trennten sich die Freunde. Ein Teil wartete auf ein großes kastenförmiges Gefährt mit unglaublich vielen Pferden, welches sie zu ihrem Nachtlager bringen sollte. Nur die tapferen Späher machten sich auf, die letzten 20 km auf Rollen zurückzulegen. Was sie nicht wussten, es galt hier die höchsten der Eifler Berge zu erklimmen, sodass (nur ein kleines Stück) sich so mancher hinter Jörgs Pferde hängte, um von den Selbigen hochgezogen zu werden. Schließlich, nach großem Blut und Schweißvergießen und insgesamt 71 km, erreichte man dann doch das nächtliche Lager in Gerolstein, wo man zwar nicht sehr freundlich, aber immerhin empfangen wurde.
Am 2.Tag schlossen sich dann noch vier weitere Krieger dem Stamm an, um gemeinsam mit ihnen die Reise fortzusetzen. Von Gerolstein aus durchkämmte man das schöne Kylltal und erreichte schließlich Kyllburg. Heute hatten sie sich die längste Etappe ihres Abenteuers vorgenommen, sodass in der besonders gefährlichen Gegend (laut Häuptling Christof sollte es dort besonders viele wilde Pferde und besonders steile Berge geben) die Hilfe von Fuhrwerken auf Schienen und auf Gummireifen in Anspruch genommen wurde. In Anbetracht der rund 90 geplanten Kilometer durchaus legitim. Immer wieder gestärkt durch ihren treuen Begleiter Jörg, kämpften sie sich weiter durchs Nimstal bis Irrel, danach ging es weiter, entlang der Sauer. Ja ihr Mut war sogar so groß, dass sie sich trauten in ein fremdes Reservat namens Luxemburg einzudringen, um auch dort die wunderschöne Gegend zu erforschen.
In Wasserbillig verabschiedete man dann den jüngsten Krieger Florian, der einen anderen Weg einschlagen musste.
Nach insgesamt 95 km erreichte man dann endlich das älteste deutsche Dörfchen namens Trier, indem auch hier das nächtliche Lager aufgeschlagen wurde. Allerdings wurden die Gefährten hier, zur großen Freude aller, köstlich und fürstlich bewirtet und mit freundlichen Worten empfangen.
Der 3. Tag begann mit einem gar opulenten Frühstück, sodass sich alle noch einmal für die letzten 63 km stärken konnten.
Dann ging es los, immer an der Mosel entlang über Kenn und Longuich nach Neumagen-Dhron. Nach den letzten 2 Tagen doch völliger Einsamkeit fanden die Krieger hier doch unglaublich viele andere Stämme, zum Teil auf seltsamen Drahtgestellen mit Rädern vor. Noch ein kurzes Gelage und weiter ging es zurück über Piesport zum Ausgangspunkt Lieser.
So ging nun dieses 3- tägige Abenteuer der Gülser-Moselskater zu Ende und man hatte zusammen rund 230 km zurückgelegt, viel geschwitzt, aber auch viel gelacht und Spaß gehabt. Im nächsten Jahr treffen sich vielleicht noch mehr Krieger aus dem Stamm der GMS, um gemeinsam fremde Landschaften zu erobern.
Text: S.Kilian Foto: J.Baitzel
|