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Rollen-, Lager- und Service-ABC!
Sonntag, 01 Januar 2006


Hier sind einige theoretische Infos zu Rollen-, Lager- und Service-ABC! zusammengefasst.
Alle Informationen wurden mit freundlicher Genehmigung von "der-rollenshop.de" übernommen und können auf der Webseite von "der-rollenshop.de"
http://www.der-rollenshop.de unter Test/Technik nachgelesen werden.


1. Das Lager ABC
2. Das Rollen ABC
3. Das Service ABC
4. Das Schienen ABC
5. Anleitung zur thermischen Anpassung von (Powerslide)-Speedskates


1. Das Lager ABC top


Die Lagergröße:

Derzeit werden zum Inlineskaten Kugellager in zwei verschiedenen Größen angeboten. Es gibt Kugellager in der Standardgröße mit der Größenbezeichnung „608“ und so genannte Mikrolager (Größenbezeichnung „688“).

In den meisten Fitness-Skates sind die Standard-Lager (608) montiert. Diese Lager sind sehr robust und leicht zu reinigen. Die etwas leichteren Mikrolager (688) werden vermehrt bei sehr hochwertigen Fitness-Skates und im Speedbereich eingesetzt. Das öffnen und reinigen dieser Lager ist etwas "fummeliger", da alle Bauteile noch ein wenig kleiner sind. Die Haltbarkeit der Mikrolager ist im vergleich zu den etwas größeren 608er-lagern etwas schlechter. Mikrolager sind übrigens nicht schneller als 608er-lager. Wir empfehlen deshalb auch Speedskatern die größeren Lager.


Das Material:

Zum Inlineskaten werden Kugellager aus Stahl, beschichtetem Stahl, Edelstahl, Keramik sowie diversen Materialkombinationen angeboten. Entscheidend für die Qualität und die Haltbarkeit eines Lagers ist letztendlich die Materialhärte. Keramik-Kugellager sind härter als Stahl- und Edelstahl-Lager. Kugeln aus Keramik verformen sich deutlich weniger als Stahlkugeln und sorgen für sehr stabile Rundlaufeigenschaften auch bei hohen Druckbelastungen. Ob dieser Unterschied beim Skaten tatsächlich einen echten Vorteil bringt ist allerdings nicht eindeutig bewiesen.

Die exakte Beurteilung der härte der verschiedenen Materialien ist ohne spezielle Messgeräte nicht möglich. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass es insbesondere bei den Markenanbietern keine Probleme bezüglich der Haltbarkeit von Kugellagern gibt. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man aber die Finger von allzu billigen „No-Name-Angeboten“ lassen!

Ein zweites wichtiges Thema in punkto Materialwahl ist die Korrosionsbeständigkeit eines Lagers. Der große Nachteil von Stahllagern ist die erhöhte Rostgefahr nach Fahrten bei feuchter Witterung oder gar regen. Hier bieten beschichtete- und Edelstahl-Kugellager einen großen Vorteil, denn sie sind rostfrei (Mikrokugellager). Wer also gerne bei jedem Wetter trainieren möchte, sollte auf diese Lager zurückgreifen.


Die „abec“-Klassifizierung:

Die Einstufung der Kugellager in „abec3“, „abec5“ oder „abec7“ wird fälschlicherweise sehr häufig als maßgebliches Qualitätskriterium erachtet. Dabei steht die Bezeichnung „abec“ (annular bearing engineers committee) lediglich für eine Übereinkunft hinsichtlich der Fertigungstoleranzen und nicht für die „Gesamtqualität“ eines Lagers.

Die „abec“-Bezeichnung legt außer einigen anderen geometrischen Maßgenauigkeiten auch den maximal erlaubten Höhen- und Seitenschlag eines Kugellagers fest. Die Unterschiede zwischen einem „abec5“- und einem „abec7“-Kugellager betragen beispielsweise beim Höhenschlag nur winzige 0,002 Millimeter. Selbstverständlich trägt eine hohe Präzision zu sehr gleichmäßigen Laufeigenschaften bei, allerdings sind diese feinsten Unterschiede in der Fahrpraxis eher unbedeutend, da vor allem die „Einbauumgebung“ wesentlich höhere Toleranzen aufweist. Auch Spitzenfahrer verwenden deshalb nicht selten nur „abec5“-lager!


Die Lagerabdeckung (Dichtung):

Kugellager sind zum Schutz vor Verschmutzung und Feuchtigkeit ein- oder beidseitig verschlossen. Diese Abdeckungen werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Man spricht von „z“-Abdeckungen aus Stahl oder „rs“- bzw. „brs“-Dichtungen aus Kunststoff oder Gummi. Die nicht schleifenden „z“-Abdeckungen bieten einen ausreichenden Schutz vor Verschmutzung und erhöhen den Rollwiderstand nicht. Die schleifenden „rs“- und „brs“-Dichtungen verschließen das Lager noch wirkungsvoller. Der schleifende Effekt ist insbesondere nach der Einfahrphase vernachlässigbar gering.


Die Schmierung:

Es gibt gefettete, gegellte und geölte Lager. Fett (grease) sorgt für einen langfristig stabilen Schmierfilm und erhöht zudem den Schutz vor Verunreinigung des Innenraumes. Gel stellt einen Kompromiss zwischen Fett und Öl dar. Es ist nicht ganz so dünnflüssig wie Öl, erzeugt aber ebenfalls exzellente Leichtlaufeigenschaften. Die Ölschmierung ist sozusagen die Lösung mit den besten Leichtlaufeigenschaften. Nachteil bei Ölgeschmierten Lagern: Überschüssiges Öl wird aus dem Lager geschleudert, gelangt an die Außenseiten des Lagers und bindet Staub, der als Schmutz-Öl-Gemisch wieder in das innere des Lagers geraten kann. Der Schmierfilm ist sensibel und es bedarf der Neuschmierung in sehr kurzen Intervallen.

Grundsätzlich kann man die Schmierstoffe in einem Lager auch austauschen.

(siehe Service ABC --> die Reinigung der Lager)



2. Das Rollen ABC top


Durchmesser & härte:

Die Wahl des Rollendurchmessers ist abhängig vom Einsatzbereich der Skates.


Größenempfehlungen:

Speed/Rennen 80 – 100 mm

Fitness/Fortgeschrittene 76 – 80 mm

Freizeit/Anfänger 72 – 76 mm

Hockey 68 – 80 mm

Stunt/Aggressive 47 – 62 mm

Inline-Alpin 80 – 84 mm


Speedskater verwenden rollen mit einem Durchmesser von 80mm bis 100mm. Standard ist mittlerweile 84mm, gängig sind aber auch 80mm und 90mm.

Mit größeren Rollen lassen sich höhere Geschwindigkeiten bei erhöhter Laufruhe der Skates erzielen. Je größer die Rolle desto höher die mögliche Endgeschwindigkeit. Einziger Nachteil der großen rollen: im Sprint, an Steigungen und bei häufigen Tempowechseln sind Skater mit kleineren Rollen leicht im Vorteil.


Fitness-und Freizeitskater fahren in der Regel Rollen mit einem Durchmesser von 72mm bis 80mm.

Ob auf ausgedehnten Touren, die Fahrt in die Eisdiele oder die ersten Marathonrennen, mit diesen Rollengrößen ist praktisch alles möglich!

Der Trend im Fitnessbereich geht aber ganz klar zu großen Rollen. Die vorteile von 84mm, 90mm oder 100mm-Rollen auf langen Strecken nutzen immer mehr Fitness-Skater die aber keine Wettkampf-Ambitionen haben!


Beim Inline-Alpin gibt es keine "richtige" oder "falsche" Rollengröße. Die meisten Skater fahren dort 80mm und 84mm Rollen.

Die Härte der Rolle wird auf der „a“-skala gemessen und beeinflusst ebenfalls die Fahreigenschaften, die Haltbarkeit, die Dämpfungseigenschaften, die Haftung und den Rebound (das Rückstoßverhalten). Je höher der Wert vor dem „a“ ist, umso härter ist die jeweilige Mischung.

Weiche Rollen bieten in der Regel eine bessere Haftung, stärkeren Rebound sowie die komfortableren Laufeigenschaften, sind aber oft schneller verbraucht. Härtere Rollen haben eine längere Haltbarkeit und sind tendenziell schneller. Es ist durchaus möglich unter einem Schuh verschiedene Rollenhärten zu kombinieren, um die Fahreigenschaften (beispielsweise beim Inline-Alpin oder Inline-Hockey) zu optimieren. Außerdem sollte man bedenken, dass die Härteangaben der Hersteller teilweise abweichend von den tatsächlich gemessenen Werten sind.


Härte-Empfehlungen:


Speed/Rennen 80 – 88a (indoor > 90a)

Fitness/Fortgeschrittene 78 – 84a

Freizeit/Anfänger 78 – 80a

Hockey 72 – 86a

Stunt/Aggressive 88 – 100a

Inline-Alpin 73 – 85a


Das Material der Lauffläche:

Die Laufflächen von Inlineskate-Rollen bestehen nicht wie oftmals vermutet aus Gummi (Ausnahme Continental-Rollen), sondern aus Polyurethan (PU). Die Qualität der Polyurethan-mischung entscheidet maßgeblich über die Laufeigenschaften einer Rolle. Leider lässt sich rein optisch nicht erkennen, wie gut diese chemische Zusammensetzung tatsächlich ist. Mit einiger Erfahrung lassen sich in der Fahrpraxis zumindest subjektive Unterschiede bezüglich des Rollwiderstandes, der Dämpfung und des Abriebs feststellen.

Deutlich objektiver sind unsere Rollentests. Dabei messen wir die Ausrollweiten, das Rebound-Verhalten sowie den Grip der jeweiligen Speedrolle. Weitere Infos hierzu und die Ergebnisse der letzten Testreihe sind unter http://www.der-rollenshop.de zu finden. Ein Klick lohnt sich!


Die Felge bzw. der Rollenkern:

Der entscheidende Unterschied zwischen den verschiedenen Rollenkernen ist neben dem Design die Größe der Kugellageraufnahme sowie die Masseverteilung. Die Kugellageraufnahme ist entweder für die Standard-Lager (608) oder für die wesentlich kleineren und leichteren Mikrolager (688) konzipiert. Es ist übrigens auch möglich, die kleineren 688er mit Hilfe eines Adapters in eine Rolle mit 608er-Aufnahme zu montieren.

Bei der Masseverteilung ist zu beachten, dass Felgen mit einem Masseschwerpunkt nahe ihres Drehmittelpunktes (an der Achse) schneller beschleunigen. Rollen mit diesen „geschlossenen“ Felgen sind deshalb eher zum Hockeyspielen und Stunt-Skating geeignet. Rollen mit Felgen, deren Schwerpunkt weiter entfernt von der Achse liegt, drehen länger nach und werden deshalb in erster Linie beim Fitness- und Speed-Skating eingesetzt.



3. Das Service ABC top


Die optimale Funktionsfähigkeit der Skates ist nur gewährleistet, wenn sie regelmäßig gewartet werden. Dazu gehört der Rollen-Positions-Tausch, die Reinigung der Lager, ggf. die Montage von neuen Rollen und/oder Kugellagern sowie die Kontrolle der übrigen Bauteile wie Achsen, Schienen und Bremse.


Der Rollen-Positions-Tausch:

Die Abnutzung der Rollen ist in Abhängigkeit von der Fahrtechnik oft ungleichmäßig. Dabei ist es in der Regel so, dass die Rollen zur Schuhinnenseite die größten Verschleißerscheinungen haben. Außerdem werden auch die erste und letzte Rolle unter den Schuhen oft stärker in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb sollten die Rollen regelmäßig untereinander ausgetauscht werden.

Je öfter der Rollen-Positions-Tausch gemacht wird, umso gleichmäßiger bleibt das Fahrverhalten der Skates. Dabei geht es nicht nur um Fahrkomfort sondern vor allem die Sicherheit.

So wird es gemacht:

1. Achsschrauben lösen und herausziehen, dabei darauf achten, dass die kleinen Distanzstücke zwischen Rolle und Schiene (falls vorhanden) nicht verloren gehen.

2. Rollen herausnehmen.

3. Die Rollen wie folgt tauschen:



Jeder Skater belastet seine Rollen anders. Deshalb ist unser Tauschmuster nur ein Vorschlag. Grundsätzlich sollte man bei dem Rollentauschen darauf achten, dass ein Ausgleich zwischen mehr und weniger stark verschlissenen Rollen stattfindet. Das gilt natürlich auch bei 5-rollern.

4. Achsen wieder einsetzen und mit „sanfter Gewalt“ anziehen (gegebenenfalls mit Gewindesicherungs-Kleber sichern). Fertig!


Die Reinigung der Lager:

Die Lager der Skates brauchen die meiste Pflege. Schon ein Regenschauer kann dazu führen, dass sie am nächsten tag nicht mehr „Rund“ laufen. Aber auch beim Skaten auf trockener Straße sammelt sich nach einiger Zeit Dreck im Lager-Innenraum. Deshalb sollten die Lager regelmäßig gründlich gereinigt werden.

Die nachfolgenden Reinigungsschritte erfordern handwerkliches Geschick.

Und so wird es gemacht:

1. Zunächst die Rollen ausbauen und die Lager aus den Rollen herausdrücken (s.o.).

2. Kugellager, sofern sie beidseitig verschlossen sind, mindestens einseitig öffnen:

a.) Kugellager mit Metallabdeckung (Z-Dichtung) und Sprengringen:
Sprengring mit einer Nadel herausnehmen und Lagerabdeckung entnehmen.

b.) Kugellager mit Metallabdeckung ohne Sprengring:
Abdeckung mit einem kleinen Schraubendreher oder ähnlichem vorsichtig heraushebeln und entsorgen (nur einseitig öffnen).

c.) Kugellager mit Kunststoff- oder Gummiabdeckung (RS-Dichtung):
Abdeckung mit einem kleinen Schraubendreher oder ähnlichem vorsichtig heraushebeln.

3. Die geöffneten Lager in ein spezielles Reinigungsbad legen und einige Zeit einwirken lassen. Eventuell mit einem Pinsel gründlich auswaschen. Ideal ist auch das auspusten mit Druckluft, damit auch die letzten Schmutzpartikel entfernt werden können.

4. Die sauberen Lager müssen nun geschmiert werden. Dabei hat man die Qual der Wahl:

Eine Art der Schmierung ist die mit geeigneten Schmierfetten.
Der Schmierfilm ist auch langfristig stabil, zudem erhöht das Fett den Schutz vor Verunreinigung des Innenraumes. Bei richtiger Mengendosierung sind hervorragende Leichtlaufeigenschaften zu erzielen. Wir favorisieren das „HTB-Power-Grease“, das über Eigenschaften für einen hohen Leichtlauf verfügt. Mit einer Befettung von 10 bis 20 Prozent des freien Innenraumes des Lagers ist für eine ausreichende Schmiermittelmenge gesorgt.

Nach einer kurzen Einlaufphase entwickeln mit „Power-Grease“ gefettete Lager ausgesprochen gute Laufeigenschaften bei hoher Schmierfilmstabilität.

Der Kompromiss zwischen der Fett- und Ölschmierung ist die Verwendung eines Gels mit exzellenten Leichtlaufeigenschaften, wie beispielsweise „HTB-Turbo-Gel“. Allerdings ist die Stabilität des Schmierfilms geringer als bei fett, und die Schutzwirkung gegen Verunreinigung niedriger. Die regelmäßige Neuschmierung ist zwingend erforderlich.

Die Ölschmierung, z.B. mit „HTB-Race-Oil“, ist sozusagen die Lösung mit den besten Leichtlaufeigenschaften. Jedoch sind hier verschiedene Nachteile zu verzeichnen: Überschüssiges Öl wird aus dem Lager geschleudert, gelangt an die Außenseiten des Lagers und bindet Staub, der als Schmutz-Öl-Gemisch wieder in das Innere des Lagers geraten kann. Der Schmierfilm ist sensibel und es bedarf der Neuschmierung in sehr kurzen Intervallen. Die Ölschmierung muss im Vergleich zu Fett und Gel deutlich öfter erneuert werden.

5. Kugellager wieder verschließen

a.) Kugellager mit Metallabdeckung (Z-Dichtung) und Sprengringen:
Lagerabdeckung wieder einlegen und Sprengring in die vorgesehene nut einführen.

b.) Kugellager mit Metallabdeckung ohne Sprengring:
In diesem Fall kann das Lager nicht wieder verschlossen werden. Die geöffnete Seite muss bei der anschließenden Montage zur Rolleninnenseite zeigen. Das Lager wird dann durch den Spacer und die Achse ausreichend vor Schmutz geschützt.

c.) Kugellager mit Kunststoff- oder Gummiabdeckung(RS-Dichtung):
Abdeckung vorsichtig wieder zwischen die Laufringe drücken.

6. Kugellager wieder in die Rollen hineindrücken, dabei den Spacer nicht vergessen.

7. Rollen in die Schiene montieren. Fertig!


Die Montage von neuen Rollen und/oder Lagern:

Sind die Rollen total verschlissen bzw. die Kugellager nach dem letzten Regen an Rost gestorben, sollten sie unbedingt ersetzen werden.

So wird es gemacht:

1. Achsschrauben lösen und herausziehen.

2. Rollen mit Lager herausnehmen.

3. Die Kugellager von Innen nach Außen herausdrücken.

Dazu sollte man bei Verwendung von 8-mm-Achsen mit einem Schraubendreher oder ähnlichem gezielt durch das offene Achsloch gegen den inneren Lagerring des gegenüberliegenden Lagers drücken. Auf keinen Fall Druck auf die Lagerabdeckungen ausüben, diese sind sehr empfindlich!
Bei Verwendung von 6-mm-Achsen kann durch Druck auf den von Außen sichtbaren Spacer das gegenüberliegende Lager herausgedrückt werden.

4. Den Spacer entnehmen und auch das zweite Lager nach Außen herausdrücken.

5. Jetzt einfach die alten Lager in die neuen Rollen hineindrücken bzw. die neuen Lager in die alten Rollen. Spacer dazwischen nicht vergessen!

6. Rollen in die Schiene montieren. Fertig!



4. Das Schienen ABC top


Speedschienen

Im Speedbereich haben die meisten Skates und Schienen einen Lochabstand von 165mm. somit sind die Produkte der gängigen Hersteller untereinander kombinierbar! 195mm ist zurzeit noch die Ausnahme, aber zur Saison 2005 bieten die Hersteller vermehrt auch Schienen und Skates mit einem Lochabstand von 190 und 195mm an.
Vorteil: 100mm rollen können so problemlos ohne höheren Stand gefahren werden!
Hersteller von Schienen mit 165mm Abstand umgehen dies indem sie an der zweiten Position eine kleinere Rolle montieren (84mm oder 90mm).

Wenn erst der richtige Abstand gefunden ist, sieht man sich einer Vielzahl von Möglichkeiten gegenüber, welche Rollengröße, Anzahl und Kombination man skaten will. Angefangen bei 4x 80mm, über 4x84, 5x80, 5x84, 4x90, 3x100+1x84, 3x100+1x90, 5x90 bis zu 4x100mm ist fast alles möglich.

Die Schienenlänge variiert dabei zwischen 10,25" und 13,3".

Die meisten Schienen sind aus Aluminium und einige wenige aus sehr leichtem aber teurem Magnesium. Aluminium macht die schienen leicht, verwindungssteif, haltbar und günstig. Natürlich gibt es aber auch hier Qualitätsunterschiede.

Im Speedbereich haben sich mittlerweile Schienen für 5x84mm durchgesetzt und werden auch weiterhin aktuell bleiben. Der Trend geht aber zu noch größeren Rollen, also 90 und 100mm.



5. Anleitung zur thermischen Anpassung von (Powerslide)-Speedskates top


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Speedschuhe zu verformen, anzupassen.

Hier die einfachsten:


Mit einem Industriefön:


Den Schuh von innen und außen im Knöchelbereich oder die Problemzonen mit dem Fön erhitzen.
Dabei muss man aufpassen, dass das Leder/Obermaterial nicht verbrannt wird. Zwischendurch immer wieder nachprüfen, ob das Material im Knöchelbereich schon warm und weich, also verformbar ist.
Danach die warmen Schuhe sofort anziehen und sehr fest zuschnüren. Die Knie sollen dann über den Fußspitzen sein, damit eine Position wie beim Skaten erreicht wird. Die Schuhe solange am Fuß lassen, bis sie erkaltet sind. Der Abkühlungsprozess kann beschleunigt werden, indem der erhitzte bereich mit feuchten, kalten Tüchern abgedeckt oder mit Eisspray eingesprüht wird.

In einem Ofen:

Den Ofen auf ca. 95º C vorheizen. Den Schuh mit montierter schiene (ohne rollen) in die Mitte des Ofens stellen und darauf achten, das der Schuh nicht an heiße teile im Ofen kommen kann.
Die schnürsenkelenden sollte man in den Schuh stecken. Nach 5 Minuten überprüfen, ob das material schon weich geworden ist, falls nicht, im Minutentakt checken, bis das material leicht nachgiebig ist (nicht überhitzen!!!). Anschließend die Schuhe aus dem Ofen nehmen, fest anziehen und warten bis die Schuhe abgekühlt sind.

Bei Kunststoff-Schuhen (2003 Modell) wie von Powerslide angeboten liegt die Ofentemperatur bei etwa 100-120° C. Die Verweildauer beträgt etwa 15 Minuten. Nach 10 Minuten sollte aber im Minutentakt getestet werden in wie weit sich das Material bereits verformen lässt. Ebenso verhält es sich bei der Verwendung des Industrieföns. Hier muss sehr auf Überhitzung geachtet werden.

Bei den Modellen 2004 wurde im vergleich zu den 2003er Modellen ein anderes material verwendet, dass sich eher nicht zum verformen eignet. Bei dem Zytel-Material von Du Pont™, einer Nylon/Fiberglas Kombination, werden langkettige Fiberglaszusätze verwendet, die sich erst bei höheren Temperaturen verformen lassen. Bei den Modellen aus dem Vorjahr waren diese Ketten kurzfasrig und ließen sich leichter verformen (Powerslide).

Wichtig: Beim Anpassen vorsichtig vorgehen. Die Schuhe können sehr leicht beschädigt werden!

Diese Anleitung gilt für Powerslide Skates.
Bei anderen Herstellern können Verweildauer im Ofen und Temperatur ein wenig variieren.

 

 
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