Mosel-Skater sind ein Paradebeispiel
Inlineskaten: Gülser verpassen Halbfinale - Hamburg gewinnt 4. Basketball-Turnier
GÜLS. Inliner sind ganz schön schnell unterwegs, die Gülser-Mosel-Skater passen sich dem Tempo an: Der Verein hat im fünften Jahr bereits mehr als 300 Mitglieder. 20 von ihnen spielen Basketball auf Skates. Die zogen sie wie immer zur Blütenfest-Zeit an, denn es war mal wieder Turnierzeit. Zwar schied die erste Gülser Mannschaft nach den Gruppenspielen aus, durfte sich aber darüber freuen, den Hamburg Blade Bandits, Gewinner des 4. Internationalen Inline-Basketball-Turnieres in der Grundschul-Sporthalle, die einzige Niederlage beigebracht zu haben.
"Wir gehören mittlerweile in Deutschland zu den Spitzenteams", betonte der Vereinsvorsitzende Helmut Pesch. Und immerhin hatte man diesmal gegen starke Konkurrenz nur wegen des schlechteren Korbverhältnisses den Einzug ins Halbfinale verpasst. Die Kräfteverhältnisse sahen schon mal anders aus. Im ersten Vereinsjahr waren die Gülser bei den deutschen Meisterschaften 2003 in Köln mit einem Jugendteam angetreten. "Unsere 14- bis 16-Jährigen spielten damals gegen Zwei-Meter-Kerle und erreichten trotzdem einen Platz im Mittelfeld", erinnerte sich Pesch.
Inline-Basketball ist eine der gut 20 Sportarten, die mittlerweile auf Skates betrieben wird. Hockey gehört ebenso dazu wie alles, was auch auf Skiern betrieben wird. "In den USA gibt es sogar Inline-Soccer", merkte Bernd Schicker an, der Präsident des Eis- und Rollsport-Verbandes Rheinland-Pfalz. Im Bundesland ist die Gülser Veranstaltung einzigartig. "Im Moment sehe ich noch kein anderes Turnier, vielleicht könnte man in Kaiserslautern Interesse wecken", sagte Schicker. Für ihn sind die Gülser-Mosel-Skater, inzwischen der zweitgrößte Verein seiner Sparte im Land, "ein Paradebeispiel dafür, wie die Sportart Inline Skating organisiert sein könnte".
Helmut Pesch, Vorsitzender seit der Vereinsgründung, erläuterte, wie der Fluktuation unter den inzwischen zahlreichen Mitgliedern begegnet wird: "Man muss reagieren und immer neue Angebote machen." So gibt es Kurse für Einsteiger, Anfänger-Gruppen und Fitness-Gruppen ("Da wird schon mehr verlangt") sowie Speedskater ("Die wollen nur brummen") und Marathonläufer, die sich dem Leistungssport verschrieben haben. Das Alter ist kein Hindernis. Theresia Kohlhaas erzählte, wie sie sich vor fünf Jahren bei den Gülsern gemeldet hatte, "weil ich als 60-Jährige mit meinen Enkeln skaten wollte". Nach erfolgreich absolvierter Sturz- und Lernphase, "in der ich jeden Zentimeter des Hallenbodens kennengelernt habe", geht sie jetzt mit Begeisterung auf die Strecke. Nicht allerdings am Turniertag, da sorgte sie zusammen mit den anderen Frauen aus der Gruppe der Gülser Seniorenskater für die Verpflegung der zehn Mannschaften: Frühstück für die auswärtigen Teams, die fast alle am Vortag angereist waren und in der Halle übernachtet hatten, sowie Essen in der Pause.
Während der Gruppenphase wurden je zwei Begegnungen (Spielzeit 2x10 Minuten) parallel auf zwei Kleinfeldern ausgetragen, "sonst kämen wir zeitlich nicht über die Runden", so Pressereferentin Heidrun Miller. Deshalb wurde auch der Teilnehmerkreis auf zehn Mannschaften begrenzt, drei Teams stellte der Gastgeber "mit Spielerinnen und Spielern zwischen 16 und 63", wie Trainerin Kathrin Pesch erklärte, 21-jährige Sportstudentin und Tochter des Vereinsvorsitzenden. Pech für Senior Wolf Kaufmann: Der 63-Jährige, für einen erkrankten Spieler in der dritten Mannschaft eingesprungen, erlitt eine Zerrung.
Dass beim Gülser Turnier die Sonderregel angewendet wird, nach der in jedem Vierer-Team mindestens eine Frau spielt, "ist ganz im Sinne dieser Sportart, die ja noch in den Kinderschuhen steckt", meinte Schicker. "So kommen mehr Frauen und Mädchen zum Inline-Skaten." Dank Beschränkung auf zehn Teams (Heidrun Miller: Letztes Jahr waren es zwölf, das hat sich bis in den Abend hingezogen) blieb allen Teilnehmern, das ist Tradition, ausreichend Zeit fürs Blütenfest. "Der soziale Aspekt gehört ja auch zum Sport", so Schicker.
Thomas Wächtler
Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 05.05.2008, Seite 28.
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